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IMEP
Modellkommune
IMEP - Modellkommune

(Aktualisiert: 02.04.2020)

1. IMEP aus unserer Sicht - kritische Analyse

1.1 Die IMEP-Studie des Planungsbüro brennerBERNHARD

Wir zitieren aus der offiziellen Studie des Planungsbüro brennerBERNHARD "Große Kreisstadt Herrenberg - Integrierter Mobilitätsentwicklungsplan 2030" vom März 2019. (Download, 58 MB!). In der Einleitung ist zu lesen:

Der vorliegende Integrierte Mobilitätsentwicklungsplan bildet die Richtschnur für Handlungserfordernisse und Entwicklungen im Verkehrsbereich der  nächsten zehn bis fünfzehn Jahre. Der vorliegende Bericht stellt das Planungsergebnis einer mehrjährigen intensiven  Zusammenarbeit zwischen  den  politischen  Vertretern, der Stadtverwaltung Herrenberg, der institutionalisierten und der allgemeinen Öffentlichkeit sowie dem beauftragten Ingenieurbüro dar.

In  Herrenberg sind in den nächsten Jahren umfangreiche städtebauliche Neuerungen, Anpassungen und Weiterentwicklungen vorgesehen. Beispielhaft zu nennen sind die Erweiterung der Innenstadt durch Bebauung des Seeländer-Areals, die Bebauung des  Stabi- und BayWa-Areals sowie die Entwicklung neuer Wohnquartiere in Herrenberg-Süd mit ca. 1.350 neuen Einwohnern. Darüber hinaus ist vorgesehen, die  Altstadt zu stärken und zu beleben. Gleichzeitig besteht wegen NOx-Grenzwertüberschreitungen Handlungsbedarf. So wurde die Stadt als eine von bundesweit fünf Kommunen als Modellstadt zur Reduzierung der Schadstoffbelastungen ausgewählt.

Die verkehrlichen Auswirkungen und der verkehrliche Handlungsbedarf, der aus diesen Entwicklungen entsteht, wurden in der Vergangenheit zumeist einzeln und objektbezogen untersucht. Mit dem integrierten Mobilitätsentwicklungsplan 2030 (IMEP 2030) wird erstmals eine integrierte Gesamtschau auf strategischer Ebene vorgelegt.

1.2 Und was ist mit der Reduktion des Autoverkehrs?

Auf das eigentliche Problem, den massiven KFZ-Verkehr in Herrenberg und dessen permanente Zunahme, wird erst einige Zeilen später kurz eingegangen:

Es wird  ersichtlich,  dass  es  ohne  Maßnahmen  zu  weiter  steigenden  Verkehrsaufkommen im bereits heute stark belasteten Herrenberger Hauptverkehrsstraßennetz kommen  wird. Soll dem entgegengewirkt werden, sind eine  Vielzahl  von Maßnahmen zur Reduzierung des Kfz-Verkehrsaufkommens erforderlich.

Und sehr viel später erfährt man, dass die Zahl 2030 das Zieljahr repräsentiert, in dem ein Fazit über die verkehrliche Wirkung des IMEP gezogen werden soll: Der Bestands-Modal Split von 57:43% (MIV:UV, Motorisierter Individualverkehr zu Umweltverbund) im Herrenberger Gesamtverkehr soll dann bestenfalls 50:50% betragen - eine marginale Verschiebung, weit entfernt von einer echten Verkehrswende.

1.3 Stadtentwicklung hat Vorrang

Der IMEP ist eine städtebauliche Untersuchung mit der Maßgabe, die geplanten Projekte auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich einer Verschiebung des Modal Split zu prüfen. Um den MIV aktiv zu reduzieren, werden "Szenarien" aufgezeigt, die ergänzende Maßnahmen, oft nur kosmetischer Natur, beinhalten. Der Wert 50:50% ist eine reine Rechengröße, berechnet aus der Summe der Einzelwirkungen aller Projekte und Maßnahmen.

Offensichtlich ist das oberste Ziel der "Stadtentwicklung", Kaufkraft von den konkurrienden Gemeinden (Böblingen, Nagold, Tübingen, Stuttgart) abzuziehen. Das offenkundige Mittel ist Anlocken von MIV (motorisiertem Individualverkehr), also Autos. Nur so ist erklärbar, dass ein "Parkhaus Hindenburgstraße" und eine extrem teure innerstädtische Umgehungsstraße "I3opt." sogar von der grünen Gemeinderatsfraktion durchgewunken wurden.    

Wenn man auf der Herrenberger Homepage  die offziellen Aussagen und Dokumente zum IMEP durchliest, könnte man schon meinen, man bemühe sich um eine ökologische Verkehrswende. Jedoch bei näherer Betrachtung des Maßnahmenkataloges kommen wir zum Schluss: In der "Modellstadt Herrenberg" geht es nicht um einen klimapolitisch notwendigen zukunftsfähigen Mobilitätsmix auf Basis einer wirksamen Reduzierung des MIV, sondern unverändert um Vorrang für das Auto. Und unverändert sehen wir nur Klein-Klein für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr.

1.4 Klimaschutz! Klimaschutz?

Klimaschutz existiert nur als nacktes einsames Wort im Herrenberger Leitbild. Untersuchungen, wie sich die Maßnahmen auf den Klimaschutz auswirken, konnten wir nicht finden.

1.5 Der IMEP hat viele Väter

Um die schiere Masse der den Imep begleitenden Dokumente in eine sinnvolle Ordnung zu bringen, sei eine blockweise Einteilung des gesamten Planungsprozesses nach Gestehungsdatum vorgenommen:

Mehr Dokumente zum IMEP  (Sitzungsunterlagen usw.) finden Sie auf der Seite Dokumente


2. Die offizielle Darstellung des IMEP

IMEP wurde 2015 beschlossen. Dazu Amtsblatt vom 23. Juli 2015, die ersten 2 Seiten. Das Bild dient zur groben visuellen Orientierung.

Bildquelle: Herrenberger Amtsblatt vom 23. Juli 2015

Hinweise zum - veralteten - Bild:
- Das "Parkhaus Hindenburgstraße" (links oben) wurde 2019 durch einen Bürgerentscheid gekippt.
- Die "I3opt." steht massiv unter Kritik. Mehr...
- Die "I3opt." ist Vorraussetzung für die "Fußgängerzone Horber Straße".

 

Die offizielle Info zu IMEP finden Sie auf der Herrenberger Homepage: www.herrenberg.de/imep  
Das PDF 190318 IMEP-Essenzpapier.pdf bietet eine gute Zusammenfassung.
Mehr Details in einer PowerPoint-Präsentation des Planungsbüro Brenner.

Weitere Unterlagen zu IMEP finden Sie auf der Seite Dokumente
Die I3opt. wird separat behandelt auf der Seite I3opt.
Unterlagen zur Modellkommune finden Sie auf dieser Seite ganz unten nach Punkt 3.


Hier unsere Auswahl der wichtigsten Punkte des IMEP-Prozesses:

Erfolgte Verkehrsanalyse des Kfz-Verkehrs als Grundlage:   

Maßnahmenkatalog ÖPNV:

Maßnahmenkatalog KFZ:

Maßnahmenkatalog Rad- und Fußverkehr:

Diese Maßnahmen sind innerhalb der Realisierungszeit bis 2030 vorzunehmen.

1) Laut Verwaltungsspitze wird die Maßnahme zurückgestellt, weil das Parkhaus Hindenburgstraße per Bürgerentscheid abgelehnt wurde.


3. Modellkommune "Saubere Luft"

Offizielle Info unter:
www.herrenberg.de/stadtluft, dort bei "Welche Maßnahmen will Herrenberg umsetzen?" (leider veraltete Info)
Pressenotiz aus dem Rathaus

Zusammenfassung: Der parallel laufende Prozess "Modellkommune Saubere Luft" erfordert schnelle Umsetzung ausgewählter Maßnahmen, um die Fördergelder vom Bund nicht zu verlieren. Geplant ist die Umsetzung bis Ende 2019, in 2020 soll ein Monitoring stattfinden. Deshalb wurden einige IMEP-Maßnahmen vorgezogen bzw. sind in zeitnaher Planung. Hier die wichtigsten Maßnahmen:

Details sowie aktuellere Daten können in den öffentlichen Ratsunterlagen der Stadt gefunden werden.
Hier einige aufschlussreiche Dokumente von der Gemeinderatssitzung am 23.07.2019 (Quelle: Ratsinformationssystem)

Übersichtsplan der Maßnahmen

Ausführliche Drucksache der Maßnahmen

Beschlussantrag der Verwaltung

Niederschrift zur Gemeinderatssitzung


Diese Informationen sind ohne Gewähr auf permanente Aktualität. Wir stützen uns auf die Herrenberger Homepage, auf Informationen aus den Gemeinderatssitzungen und auf eigene Recherchen.

 



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