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Radfahren
Radfahren

Aktualisiert: 05.03.2020

Inhalt:

Engstelle an der Nagolder Straße
So wird Kindern das Radfahren abgewöhnt
Kann das Fahrrad zur Mobilitätswende beitragen?
Werden wirklich 11 Prozent aller Wege mit Fahrrad zurückgelegt?
In Herrenberg ist noch viel zu tun (Bildersammlung)

Seit Jahrzehnten ist diese Engstelle ein Ärgernis.

Der enge Fußweg (Radfahrer frei) unter der Eisenbahnbrücke ist die Hauptverbindung für den Radverkehr von Westen in die Kernstadt und zurück!   

Schon 1998 (!) machte die BUND-Gruppe den Vorschlag, die rechte Fahrspur der Nagolder Straße stadtauswärts (die Spur mit dem roten Pfeil) bis zur Aischbachstraße aufzugeben zugunsten eines 100 Meter langen geschützten Radweges ("Protected Bike Lane"). Die Bushaltestelle müsste ein Stück nach hinten verlegt werden. Das moderate KFZ-Verkehrsaufkommen lässt es zu, dass die Autos einspurig vom Schickplatz kommen und sich erst später auf zwei Spuren sortieren.

Warum die Verwaltung den Vorschlag bis heute ignoriert, ist unklar. Ausgesessen? Inzwischen ist es wohl zu spät: Aktuell ist in der Planung ein Bahndurchstich vom neuen Aischbach-Areal zum Seeländer-Areal für Rad und Fuß, als zukünftige Verbindung von Westen in die Kernstadt. Wann der Durchstich kommt ist unklar, man rechnet mit drei Jahren Minimum, so lange dauert ein Planfeststellungsverfahren bei Angelegenheiten mit der Bahn.  


So wird Kindern das Radfahren abgewöhnt...

Der Sattel ist viel zu niedrig eingestellt - Folge: unnötiger Kraftaufwand beim Treten. Der hinterherfahrende Erwachsene hat ein E-Bike, da ist die Sattelhöhe egal, weil der Motor den Haupt-Vortrieb leistet. (Fotografiert am 4.7.2019 in Kuppingen, Verkehrsübung für Schulkinder)

Regel: Der Sattel ist so zu justieren, dass bei durchgedrücktem Kniegelenk die Ferse auf dem am unteren Tiefpunkt befindlichen Pedal aufliegt. Und warum ist das so? Man versuche, mit angewinkelten Beinen eine Treppe hochzusteigen.


Kann das Fahrrad zur Mobilitätswende effektiv beitragen?

(10.05.2019) Experten schätzen, dass sich in Ballungsgebieten bis zu 30 Prozent der Pkw-Fahrten auf den Radverkehr verlagern ließen. (Quelle: Umweltbundesamt) In Herrenberg ergab die IMEP-Haushaltsbefragung (Herbst 2016) einen Rad-Anteil von 11 Prozent. Ähnliche Zahlen werden auch von anderen Kommunen gemeldet.

Man lese nun das "Kleingedruckte" in der oben angegebenen Quelle:

"Pro Tag werden in Deutschland 281 Mio. Wege mit etwas über 3,2 Mrd. Personenkilometern zurückgelegt. Davon entfallen 10 Prozent der Wege und 3 Prozent der Personenkilometer auf die Fortbewegung mit dem Rad."
Und hier ist der Anteil der Fahrrad-Personenkilometer mit nur 2% angegeben. Auch das ist gefühlt noch zu hoch gegriffen. Für warme trockene Tage mag das zutreffen.

Selbst wenn es gelingt, den Fahrrad-Anteil am Verkehr zu verdoppeln, werden immer noch 94% bis 96% aller Personenkilometer mit Auto und Öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt (Fußwege sind vernachlässigbar). Und nur die Personenkilometer sind der Maßstab für Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Das Fahrrad ist kein Allheilmittel zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, auch wenn es politisch so beworben wird.

Noch ein Zahlenspiel. 2018 hatten wir 455 getötete Radfahrer gegenüber 3265 getöteten Menschen im Straßenverkehr. 14% der Verkehrstoten sind Radfahrer, obwohl sie nur 2% - 3% aller Personenkilometer zurücklegen.

Studie: Radfahrer haben weniger Übergewicht, E-Bike-Fahrer jedoch nicht. E-Bike-Fahrer haben sogar einen höheren BMI als Fußgänger.  (Quelle)


Zum Thema "In Herrenberg werden 11 % aller Wege mit dem Rad zurückgelegt":

Dieser Wert ist fern jeder Realität! Der Prozentsatz resultiert aus einer Haushaltsbefragung im Oktober 2015. Es wurden 1200 Fragebögen an per Zufall ausgewählte Haushalte in Herrenberg + Teilorte verteilt. Der Rücklauf betrug 31%, das sind ca 400 Bögen. Bei einer Gesamtzahl von 10 000 Haushalten in Herrenberg wurden also Daten von 4% der Haushalte erhoben. Und es wurde nur ein einziger Tag abgefragt, der sonnig und warm war. Ich unterstelle einigen Personen die legale Absicht, durch Abschicken oder Zurückhalten der Antwort das Ergebnis zu Gunsten ihrer Wunscherwartung zu manipulieren. Der Wunsch ist natürlich, dass exzessives Autofahren nicht allzusehr dominiert. Und es existiert immer ein gesundes Misstrauen, ob die Anonymität der Befragung tatsächlich gewährleistet ist.

Von einer ausreichenden Basis kann überhaupt keine Rede sein, geschweige denn von einem aussagekräftigen Ergebnis aus einer unmanipulierbaren statistischen Untersuchung.

Ich persönlich schätze den Anteil der per Rad zurückgelegten Wege in Herrenberg auf maximal vier Prozent, in meinem Wohnort Kuppingen auf zwei Prozent.


(19.03.2020) Der folgende Abschnitt ist inhaltlich fragwürdig und wird überarbeitet. Es fehlt der Focus auf die Eindämmung des MIV und verbesserte Verkehrskontrollen.

These zur Förderung des Fahrradverkehrs: Spaß an Bewegung, Lust am Sport im Freien, Erhalt der Gesundheit und Schonung der Umwelt sind die wichtigsten Gründe für das Fahrrad. Wirksamer Klimaschutz wird erst erreicht, wenn lange Wege im Auto durch kurze Wege auf dem Rad ersetzt werden. Die Politik hat dem Rechnung zu tragen.

Die Kommunen müssen eine "Denkwende" des Autofahrers erreichen durch:

Die Radler müssen sich genauso verantwortungsvoll im Verkehr verhalten, wie es von den Autofahrern verlangt wird. Das heißt:


In Herrenberg ist noch viel zu tun:

Vor der Stabi. Die schwarzen Gummipuffer lösen sich nach und nach auf. Abgesehen davon sind diese Ständer nicht mehr zeitgemäß.


Kein Kommentar.


Neue Musikschule. Keine Überdachung. Diese Antiquität war vielleicht ein Sonderangebot?


Am Bahnhof. Diese Radständer sind ultimative Felgenkiller.

 

Am Bahnhof. Seit Jahren besteht dieser Pinkelplatz zwischen den Radboxen. Die Holzbalken sind schon abgefault. Lösung: Stacheldraht davor oder Boxen zusammenrücken. (29. 02. 2020)


Wozu diese 2014 angebrachte Radweg-Abmarkierung vor der Kaufland-Einfahrt gut sein soll ... Links ist der sichere und breite Zweirichtungs-Radweg zur Schule.


Und so setzt sich der abmarkierte Radweg fort ... (fotografiert am 19. 11. 2016, 13 Uhr). Die Herrenberger nennen ihn "Todesstreifen".


Am Kuppinger Sportplatz.


Bahnhof Herrenberg. Der Aufzug ist entweder voll oder zu klein oder kaputt. Warum wurde diese einfache Lösung nicht gebaut?
 

Seit März 2019 gibt es neue Radbügel am Rathaus. Man beachte die lieblosen metallenen Bodenplatten - optisch total daneben. Die Bügel sind scharfkantig und die Farbe blättert auch schon ab. Korrektur: Die Radbügel wurden um 90 Grad gedreht aber immer noch beibehalten. Immerhin sind die Bodenplatten jetzt rund. Neues Foto folgt.
 

Diese Stolperfalle für Radler wurde schon im Frühjahr 2019 der Verwaltung gemeldet. (fotografiert im Dezember 2019)

 

Kein Kommentar. (November 2019)

 

So haben nur 3 bis 4 Fahrräder Platz. Tip: alles um 90 Grad drehen... (Februar 2020)

 

Radweg in Fellbach. Beispiel für eine üble Planung. Gefahr wenn parkende Autos die rechte Tür öffnen. Und wenn ein Auto von hinten kommt und nach rechts einbiegen will, wird ihm die Sicht auf von hinten kommende Radler von parkenden Autos verdeckt. (Mai 2018)


Vorbildlicher Fahrradständer beim VFL-Center!
 

Zu den folgenden Bildern:

In Magdeburg waren Stadtplaner am Werk, die Fahrradabstellanlagen nicht nur als notwendiges Übel sehen. Edles Material und harmonische Einpassung in das Stadtbild zeigen: Hier sind Radler willkommen!



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